Ausrüstung

Skibindung einstellen lassen: Warum der Check vor jeder Saison Pflicht sein sollte

Inhalt
  1. Was den Auslösewert bestimmt
  2. Warum die Skischuhe mit müssen
  3. Was im Fachgeschäft passiert
  4. Wie oft der Check fällig ist
  5. Checkliste für den Termin im Fachgeschäft
  6. Häufige Fragen zur Bindungseinstellung
    1. Kann ich die Bindung selbst einstellen?
    2. Was ist, wenn ich zwischen zwei Saisons abgenommen oder zugenommen habe?
    3. Gilt das auch für Leihski?
  7. Quiz: Teste dein Wissen
  8. Quellen

In 30 Sekunden

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Auslösewert deiner Bindung hängt von Größe, Gewicht, Alter, Fahrertyp und Schuhsohlenlänge ab – und kann sich jedes Jahr ändern.
  • Die Norm ISO 11088 regelt Montage, Einstellung und Prüfung von Ski, Bindung und Schuh als System. Die Prüfung erfolgt auf einem Prüfgerät.
  • Nimm beide Skischuhe mit ins Fachgeschäft: Ohne den eigenen Schuh ist keine korrekte Kontrolle möglich.
  • DSV aktiv und BFU empfehlen den Bindungscheck vor jeder Saison. Auf die Skala allein kannst du dich nicht verlassen.

Die Skibindung ist das einzige Teil deiner Ausrüstung, das bei einem Sturz aktiv eingreift: Sie muss den Schuh halten, solange du fährst, und ihn freigeben, bevor Kräfte auf das Knie wirken. Ob sie das tut, hängt von einer Einstellung ab, die zu dir und deinen Schuhen passen muss. Hier erfährst du, welche Werte zählen, was im Fachgeschäft passiert und warum der Check vor jeder Saison dazugehört.

Was den Auslösewert bestimmt

Der persönliche Auslösewert ergibt sich aus Körpergröße, Gewicht, Alter, Schuhsohlenlänge und Fahrertyp.1 Im Sportfachhandel werden die Kennwerte nach einer von zwei Methoden bestimmt: Bei der Gewichtsmethode zählen vor allem Körpergewicht und Körpergröße, bei der Tibiamethode die Knochenstärke am Schienbeinkopf. Bei beiden Methoden fließen zusätzlich Fahrertyp, Alter und Schuhsohlenlänge ein.2

Der Fahrertyp entscheidet mit über die Balance zwischen Halten und Auslösen: Für Anfängerinnen und Anfänger, die öfter stürzen, ist die Auslösefunktion wichtiger, die Bindung wird deshalb etwas leichter eingestellt. Für gute Skifahrer steht die Haltefunktion im Vordergrund.2

Gut zu wissen

Der Auslösewert kann sich von Jahr zu Jahr ändern, etwa wenn du an Gewicht verlierst oder die Skischuhe abgenutzt sind.1 Alte Werte einfach zu übernehmen ist deshalb keine gute Idee.

Warum die Skischuhe mit müssen

Ein größerer Schuh wirkt über einen längeren Hebel stärker auf die Bindung. Die Sohlenlänge wird deshalb millimetergenau berücksichtigt – und Skischuhe in derselben Schuhgröße müssen nicht dieselbe Sohlenlänge haben.3 Auch der Zustand zählt: Zerkratzte und raue Sohlen können die Funktion der Bindung und damit die Sicherheit beeinträchtigen.3

Weil Sohlenlänge und Sohlenbeschaffenheit eingehen, erfolgt die Bindungsprüfung in Kombination mit den dazugehörigen Skischuhen, und zwar für die rechte und die linke Seite einzeln.3 Die BFU sagt es genauso deutlich: Ohne den Schuh der Kundin oder des Kunden ist eine korrekte Kontrolle nicht möglich.1

Was im Fachgeschäft passiert

Die Einstellung folgt der Norm ISO 11088. Sie regelt Montage, Einstellung und Überprüfung der Funktionseinheit aus Ski, Bindung und Schuh und gilt für Systeme, die den Nutzerinnen und Nutzern gehören oder für 15 Tage und länger gemietet sind. Die aktuelle Ausgabe stammt aus dem Jahr 2023.4 Für die Kurzzeitmiete gilt die Norm ISO 13993; bringst du eigene Schuhe mit, empfiehlt auch sie die Prüfung nach ISO 11088.1

Nach dem Einstellen wird die Bindung auf einem Prüfgerät kontrolliert: Die Geräte simulieren Stürze und prüfen die korrekte Auslösung. Dabei werden auch die Reibungskräfte zwischen Schuhsohle und Bindung gemessen.3 Erst diese Kontrolle zeigt, ob die Bindung in Kombination mit dem Schuh tatsächlich richtig auslöst.1

Wichtig

Auf die Bindungsskala allein kannst du dich nicht verlassen.3 Das Einstellen nach Tabelle am Küchentisch ersetzt den Prüfstand nicht.

Wie oft der Check fällig ist

DSV aktiv empfiehlt, die Bindungseinstellung vor jeder Skisaison neu überprüfen zu lassen, direkt beim Fachhändler.2 Die BFU stellt klar: Eine jährliche Kontrolle ist in der Schweiz rechtlich nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert.5 Ein Service vor der Saison umfasst laut BFU nicht nur Schleifen und Wachsen, sondern auch das Einstellen und Prüfen der Bindung.1

Gut zu wissen

In der Schweiz gibt es die BFU-Skivignette. Sie bestätigt, dass die Bindung für die aktuelle Saison normkonform eingestellt und auf einem kalibrierten Prüfgerät kontrolliert wurde. Du bekommst einen Beleg mit den Einstellwerten – bewahr ihn auf.6

Achtung

Bei Tourenbindungen ist der Fersenabstand heikel. Die BFU rät, sie unbedingt von einer Fachperson einstellen zu lassen.1

Checkliste für den Termin im Fachgeschäft

  • Ski und beide Skischuhe mitnehmen2
  • Aktuelles Gewicht, Größe und Alter angeben2
  • Fahrkönnen ehrlich einschätzen und das bevorzugte Gelände nennen2
  • Sohlen auf Kratzer und Abnutzung prüfen lassen3
  • Beleg mit den Einstellwerten aufbewahren6

Tipp

Plant ihr den Skiurlaub als Gruppe, legt den Bindungscheck ein paar Wochen vor der Abreise. Kurz vor Saisonstart sind die Werkstätten voll. Wie ihr den Rest organisiert, steht in unserer Checkliste für den Skiurlaub mit Freunden.

Tipp

Wer sich Ski leiht, bekommt die Bindung vom Verleih eingestellt – gib dort dieselben Angaben so ehrlich wie im Fachgeschäft. Mehr Sicherheit auf der Piste bringen außerdem ein passender Helm (Skihelmpflicht) und rücksichtsvolles Fahren nach den FIS-Regeln.

Häufige Fragen zur Bindungseinstellung

Kann ich die Bindung selbst einstellen?

DSV aktiv warnt davor, sich auf die Skala allein zu verlassen.3 Die Prüfung mit dem Prüfgerät und dem eigenen Schuh gibt es nur im Fachgeschäft.

Was ist, wenn ich zwischen zwei Saisons abgenommen oder zugenommen habe?

Dann passt der alte Wert womöglich nicht mehr: Gewicht ist einer der Faktoren, aus denen sich der Auslösewert ergibt.1 Lass die Bindung neu einstellen.

Gilt das auch für Leihski?

Für die Kurzzeitmiete gilt die Norm ISO 13993. Bringst du eigene Schuhe mit, empfiehlt sie die Prüfung nach ISO 11088.1

Du suchst Leute, mit denen du nach dem Service direkt auf die Piste kannst? Auf Skipartner finden zeigen wir, wo du Gleichgesinnte triffst.

Fußnoten

  1. Skibindung kontrollieren und bei der BFU-Skivignette mitmachen (BFU). ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9

  2. Bindungseinstellung – so wichtig wie die Autoinspektion (DSV aktiv). ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6

  3. Materialcheck: Skibindung überprüfen lassen! (DSV aktiv). ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7

  4. ISO 11088:2023 (ISO), Abstract und Geltungsbereich. ↩

  5. Muss ich die Skibindung jedes Jahr einstellen lassen? (BFU). ↩

  6. Skivignette: Jetzt den Skibindungs-Check machen (BFU). ↩ ↩2

Mini-Quiz

Teste dein Wissen

3 kurze Fragen zum Artikel – schaffst du alle?

  1. Frage 1 von 3Warum sollst du deine Skischuhe zur Bindungskontrolle mitnehmen?

    Lösung anzeigen

    Weil Sohlenlänge und Sohlenzustand in die Einstellung eingehen und die Bindung mit dem Schuh geprüft wird Die Sohlenlänge wird millimetergenau berücksichtigt, und die Prüfung erfolgt in Kombination mit den dazugehörigen Skischuhen.

  2. Frage 2 von 3Was bestätigt die BFU-Skivignette?

    Lösung anzeigen

    Dass die Bindung normkonform eingestellt und auf einem kalibrierten Prüfgerät kontrolliert wurde Die Vignette bestätigt die Einstellung nach ISO 11088 und die Kontrolle auf einem kalibrierten Prüfgerät für die aktuelle Saison.

  3. Frage 3 von 3Wie wird die Bindung für Anfängerinnen und Anfänger laut DSV aktiv eingestellt?

    Lösung anzeigen

    Etwas leichter, damit sie schneller auslöst Anfänger stürzen öfter und mit geringerer Energie, deshalb steht bei ihnen die Auslösefunktion im Vordergrund.

Quellen

Jede Tatsache im Artikel ist mit einer dieser Quellen belegt.

Fakten zuletzt geprüft am .

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